Vor ca. 12 Jahren habe ich einen DELL Server gekauft, mit 4 Festplatten bestückt und darauf Ubuntu, VDR, plex, samba installiert. Die Administration erfolgte per webmin. Das war mein Mediaserver bis letzte Woche. … bis die Festplatte ausfiel. Ein NAS stand jetzt auf dem Einkaufszettel.

Bildquelle: https://nas-de.ugreen.com/
Warum ein NAS und nicht wieder ein Server?
- NAS Systeme sind leistungsfähiger geworden
- Transcoding ist bei mir nur noch selten notwendig
- TV-Sendungen/Filme zeichne ich schon seit Jahren nicht mehr auf
- ich wollte eine einfache Administration/Wartung
Zudem sollte die Synchronisation mit OneDrive problemlos möglich sein + eine lokale Synchronisation, Backup. All das bietet schon die Einstiegsserie von UGREEN . Das NAS wird bei mir für die private Video- und Fotosammlung sowie Backup der privaten Daten/Dokumente verwendet. Container (Docker) oder VMs waren kein Entscheidungskriterium. Eventuell kommt (später) Jellyfin als plex Alternative in Frage.
Die Wahl viel auf das DH4300 Plus
Für alle von Euch, für die „NAS“ eventuell noch ein Fremdwort ist, oder diejenigen, die einfach bei einem Kaffee (oder Bier ;-)) gemütlich über das NAS von UGREEN informiert werden möchten, empfehle ich dieses YouTube Video.
Ersteinrichtung, Konfiguration
Ihr findet im Internet haufenweise Videos und Posts über die Einrichtung des UGREEN NAS. Deshalb verzichte ich hier auf eine detailierte Beschreibung.
Wenn ihr eure Festplatten installiert habt und das NAS hochgefahren ist, findet ihr euch auf einer aufgeräumten Benutzeroberfläche im Desktop-Style wieder, wahlweise per Webbrowser oder Windows-App.

Das meiste ist selbsterklärend, aber nicht Alles 😉 Deshalb hier ein paar Tipps für Euch.
Warum ein NAS mit 4 Bays nicht auch mit 4 HDDs auslasten und dann RAID 5 oder RAID 6 einrichten?
UGREEN empfiehlt die Verwendung gleicher Hersteller, gleicher Typ der HDD. Wenn euer NAS in x-Jahren aufgrund einer HDD ausfällt, müsst ihr im Zweifel 4 neue HDDs anschaffen – wenn ihr der Empfehlung folgen wollt.
Ich habe mich für 2 HDDs im RAID 1 entschieden. Damit sind zwei Bays für Movies und Serien (bisher via plex verwaltet) belegt.
Die anderen beiden Bays sind mit einzelnen HDDs (Basic) konfiguriert, als OneDrive Spiegel + Backup der Daten vom Laptop.
Wenn ich aus zwei Festplatten ein RAID 1 konfigurieren möchte, werden beide Festplatten formatiert. Ich habe aber keine 3. große Festplatte auf der die Daten gesichert werden könnten, um sie dann ins RAID zu übertragen.
Ihr löst das Problem indem ihr schrittweise vorgeht.
- Die 1. Festplatte als Volume/Speicherpool (Basic) konfigurieren. Die Festplatte wird formatiert.
- Die 2. Festplatte (können auch mehrere Platten sein) mit euren gesicherten Daten „hängt“ ihr als externe Festplatte ein. Dadurch wird diese Festplatte nicht formatiert und die Daten bleiben erhalten.
- Die Daten von der/den externen Platte(n) kopiert ihr dann auf den bereits konfigurierten Speicherpool (1. Festplatte)
- Danach macht ihr ein „Upgrade“ des vorhanden Speicherpools auf „RAID 1“ und fügt eure 2. Festplatte (wie gesagt möglichst gleicher Hersteller, Typ, Größe wie Platte 1) hinzu.

Die Daten auf der zweiten Platte werden dann zwar durch die Formatierung gelöscht, aber da die Daten bereits auf der 1. Festplatte vorhanden sind, droht kein Datenverlust. Der Vorgang der RAID Erstellung kann mehrere Stunden dauern.
Dateidienste
Ich habe testweise SMB konfiguriert. Damit könnt ihr euch ein NAS Verzeichnis als Windows-Laufwerk auf eurem Computer einrichten.

Das funktioniert für Dokumente, Fotos etc. sehr gut und performant. Streaming von 4k Videos im Windows Mediaplayer stocken teilweise (bei mir). Wenn ihr die Windows App für das NAS mit dem integrierten Player nutzt, ruckelt oder stockt nix mehr 😉
Dateien, egal welchen Typs, könnt ihr über die Windows App auch sehr einfach hoch-/runterladen.
Cloud Drives
Mit dieser App könnt ihr die Synchronisation mit (z.B.) OneDrive konfigurieren. Meine Erfahrungen mit den Sync-Optionen

Beidseitige Synchronisierung
Bei dieser Option kann man zwischen „Daten überschreiben“ und „Duplikate“ wählen. Da ich nicht überschreiben wollte, wählte ich Variante 2 um mein lokales Fotoalbum mit dem auf OneDrive zu synchronisieren. Das Ergebnis: über 90% der Daten wurden dupliziert, weil wahrscheinlich der Zeit-Stempel o.ä. unterschiedlich war. Deshalb habe ich mich dann für einseitige Synchronisierung entschieden.
Einseitige Synchronisierung
In dem Fall ist entweder das NAS oder OneDrive die „Quelle“. Die Synchronisierung funktioniert reibungslos, solange ihr Daten auch tatsächlich nur in der konfigurierten Quelle ändert. Daten, die im „Ziel“ gelöscht wurden, werden nicht erneut synchronisiert, auch wenn sie in der Quelle (noch) vorhanden sind.
Leistung und Energieverbrauch
Mit „Daten kopieren“ / „Synchronisieren“ ist das NAS überhaupt nicht ausgelastet. Es langweilt sich eher, wie der folgende Screenshot zeigt.

Und auch die Wiedergabe von 4k Videos über den integrierten Mediaplayer „belasten“ das NAS nicht sonderlich. Das lässt darauf hoffen, dass auch ein paar zusätzliche Docker Container oder das Mediacenter Jellyfin das NAS nicht in die Knie zwingen. Dazu vielleicht mehr in einen späteren Post.
Der Energieverbrauch ist „sensationell“ 😉 Das NAS verbraucht mit 4 HDDs im Ruhemodus ca. 7 W. Im Betrieb sind es im Durchschnitt ca. 20 – 25 W. Mein DELL Server hat im Betrieb 60 Watt verbraucht, was auch schon gut war.

Nach einem Tag im Standby-Modus waren es 170 W Tagesverbrauch. Auf das Jahr hochgerechnet sind das ca. 25 Euro Stromverbrauch.

Bei so niedrigen Verbrauch könntet ihr das NAS im Dauerbetrieb 24/7 lassen. Die Alternative wäre ein gesteuertes Ein-/Ausschalten. Wie ich das mit Home Assistant umgesetzt habe, erfahrt ihr im nächsten Post.
